von Schönberg (266) Heinrich, Oberhauptmann,[1]

männlich 1549 - 1616  (66 Jahre)


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  • Name von Schönberg (266) Heinrich, Oberhauptmann, 
    Geboren 29 Dez 1549 
    Geschlecht männlich 
    Gestorben 25 Okt 1616 
    Personen-Kennung I2596  My Genealogy
    Zuletzt bearbeitet am 19 Dez 2016 

    Vater von Schönberg (197) Caspar d. J., kursächs. Rat, a. Purschenstein,,   geb. 1510,   gest. 2 Jul 1578, Sayda, Kirche Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort  (Alter 68 Jahre) 
    Beziehung Leiblich 
    Mutter von Bünau adH. Droissig Barbara,   geb. 1533,   gest. 21 Okt 1599  (Alter 66 Jahre) 
    Beziehung Leiblich 
    Verheiratet 21 Okt 1548 
    Familien-Kennung F1072  Familienblatt  |  Familientafel

    Verheiratet Ehe kinderlos Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort 
    Kinder 
     1. von Schönberg Catharina  [Leiblich]
    Zuletzt bearbeitet am 17 Apr 2018 
    Familien-Kennung F1107  Familienblatt  |  Familientafel

  • Notizen 
    • Als Heinrich von Schönberg (1549–1616), Oberhauptmann des Erzgebirges, den Anteil seiner Neffen an Purschenstein kaufen wollte, beantragte er 1607 bei der kursächsischen Rentkammer ein Darlehen von 20000 Gulden. Die Räte wollten ihm diese Summe nicht gewähren, doch Kurfürst Christian II. (1583–1611) sagte ihm aufgrund der „langwierigen treu geleisteten Dienste, welche vnnsern Vorfahren vnnd also dem ganzen löblichen Churhause Sachssen [...] Schonberg viele Jahre lang geleistet“ das Darlehen zu. Der Oberberghauptmann erhielt 20000 Gulden zinslos auf 20 Jahre. Die Schuld war von 1627 bis 1632 in Raten abzutragen. Das waren außerordentlich vorteilhafte Bedingungen. Meist waren marktübliche Zinsen zu zahlen, selbst innerhalb der Familie.
    • Der größte Teil der Schulden lastete schon vor dem Dreißigjährigen Krieg auf dem Rittergut. Heinrich von Schönberg (1549–1616) auf Purschenstein, Frauenstein, Rechenberg und Mulda hatte keine Kinder, weshalb er die Besitzungen den Kindern seines Halbbruders Abraham (1545–1598), Herrn auf Pfaffroda, Dörnthal und Gamig, vermachte. Die vier Söhne sollten die geerbten Güter gemeinschaftlich nutzen, bis alle Schulden aus den Einnahmen abbezahlt sein würden. Doch bevor die Schuldentilgung erreicht war, einigten sich die Brüder am 26. April 1619 auf eine Teilung in vier gleichwertige Anteile zu jeweils 47047 Gulden. Dann wurden die Besitzungen verlost. Wer einen Anteil erhielt, der einen höheren Wert als 47047 Gulden hatte, musste an seine Brüder Ausgleichssummen zahlen. Der älteste Sohn, Caspar von Schönberg (1573–1622), bekam ein Stadthaus in Dresden (3600 Gulden) und hohe Ausgleichszahlungen. Rechenberg (41623 Gulden) fiel durch Los an Bernhard von Schönberg (1575–1620),
    • Grumbacher Fehde und Türkenkriege
      1567 ging Kurfürst August von Sachsen (1526–1586) gegen Herzog Johann Friedrich den Mittleren von Sachsen (1529–1595) vor, den ältesten Sohn Johann Friedrichs des Großmütigen. Der Ernestiner beanspruchte die seinem Vater aberkannte Kurwürde für sich. Er tat sich mit dem Ritter Wilhelm von Grumbach (1503–1567) zusammen, der wegen Landfriedensbruchs unter Reichsacht stand. Da der in Gotha residierende Herzog den Geächteten nicht auslieferte, wurde Kurfürst August mit der Reichsexekution beauftragt. Er sammelte ein Heer, zog mit diesem nach Thüringen und eroberte Gotha. Johann Friedrich der Mittlere geriet in lebenslange Gefangenschaft, Wilhelm von Grumbach wurde hingerichtet. Das albertinische Kurfürstentum Sachsen ging aus den Grumbach´schen Händeln gestärkt hervor. An der Belagerung Gothas nahmen Caspar von Schönberg (1510–1578) auf Purschenstein und sein Sohn Heinrich (1549–1616) teil.
    • Heinrich von Schönberg (1549–1616) auf Frauenstein und Rechenberg besuchte 1582 mit Kurfürst August den Reichstag zu Augsburg.
      Der Reichstag war die Ständevertretung des Heiligen Römischen Reichs.
    • Heinrich von Schönberg
      Mit Heinrich von Schönberg (1549–1616) trat erstmals ein Mitglied des Purschensteiner Hauptastes in das Oberbergamt ein. An der Fürstenschule ausgebildet, erbte Heinrich von seinem Vater Caspar von Schönberg (1510–1578) die Rittergüter Frauenstein, Rechenberg und Mulda. 1605 fiel ihm nach dem Tod seines Bruders Caspar (1555–1605) auch die Herrschaft Purschenstein zu. Nach einem Aufenthalt in Frankreich bei seinem Geschlechtsverwandten, dem französischen Feldmarschall Caspar von Schönberg (1540–1599), berief ihn Kurfürst August von Sachsen als Kammerjunker an den Dresdner Hof. 1581 heiratete er Agnes von Schönberg (gest. 1609), die Tochter des Berghauptmanns Lorenz von Schönberg. 1588 wurde Heinrich von Schönberg selbst zum Oberhauptmann des Erzgebirges befördert. Zugleich hatte er als Amtmann die Aufsicht über die Ämter Freiberg, Dippoldiswalde, Altenberg und Tharandt inne. Heinrich von Schönberg stand dem Oberbergamt fast dreißig Jahre vor. Er war an der Erstellung wichtiger Verordnungen beteiligt und beriet die Kammer- und Bergräte in Dresden. 1589 erschienen eine neue Bergordnung und eine Schmelz- und Hüttenordnung für Freiberg; 1604 folgte eine Berg-, Eisen- und Hammerordnung für Pirna. Heinrich von Schönberg baute das abgebrannte Herrenhaus in Rechenberg wieder auf und errichtete in Frauenstein neben der alten Burg ein neuzeitliches Renaissanceschloss, in dem er auch vorwiegend lebte. 1616 starb er, ohne Nachkommen zu hinterlassen.
    • Oberberghauptmann Heinrich von Schönberg (1549–1616) veranlasste 1609 den Neubau der Kirche in Neuhausen. Er und seine Brüder lieferten das Bauholz und stifteten 200 Gulden für die Errichtung des Altars. 1622 wurde die Kirche in Anwesenheit des Patronatsherrn Augustus von Schönberg (1584–1636) geweiht. Dessen Enkel Wolf Rudolf (1668–1736) spendete für den weitgehenden Neubau der Dorfkirche in Clausitz, ausgeführt 1696, und für den barocken Umbau der Dorfkirche in Cämmerswalde von 1703 bis 1708.

  • Quellen 
    1. [S62] SchönbergPurschensteiner Hauptast.ged, Ulrich Rauh Sonnenleite 5Dresden013240351 2685134.